Althofen – geprägt von Wirtschaft, Kurtradition und dem Erbe von Carl Auer von Welsbach
Lage im Herzen Mittelkärntens
Die Stadtgemeinde Althofen liegt malerisch im Krappfeld, dem fruchtbaren Becken zwischen den Gurktaler Alpen im Westen und den Ausläufern der Saualpe im Osten. Mit rund 4.900 Einwohnern gehört die „Stadt des Lichts“ zum Bezirk St. Veit an der Glan. Die Bezirkshauptstadt liegt nur etwa 15 Kilometer südwestlich. Die strategisch günstige Lage machte Althofen bereits in früheren Jahrhunderten zu einem wichtigen Knotenpunkt.
Geschichte: Von der Eisenstadt zur Industriemetropole
Die Geschichte Althofens reicht weit zurück und ist eng mit dem Bergbau und der Eisenverarbeitung verbunden. Bereits in der Antike wurde in der Region das begehrte „Norische Eisen“ gewonnen, das aus den Erzlagerstätten rund um Hüttenberg stammte. Die strategische Höhenlage machte Althofen zu einem bedeutenden Umschlagplatz für dieses hochwertige Eisen, das in der gesamten römischen Welt begehrt war.
Im 14. Jahrhundert erlebte die Siedlung ihre erste große Blütezeit. Die gesamte Höhensiedlung wurde befestigt. Während üblicherweise nur Burgen und Schlösser befestigt wurden, umgab man in Althofen das gesamte Siedlungsgebiet mit einer Wehrmauer. Reste dieser mittelalterlichen Befestigungsanlage sind bis heute erhalten und prägen das Stadtbild. Der markante Hornturm und der Annenturm zeugen von dieser wehrhaften Vergangenheit.
Bereits Ende des 19. Jahrhunderts hatte Carl Auer von Welsbach das stillgelegte Industriegelände der alten Hammerwerke in Treibach erworben und dort einen chemisch-metallurgischen Forschungs- und Versuchsbetrieb etabliert. Die daraus hervorgegangene Treibacher Industrie AG ist bis heute einer der bedeutendsten Arbeitgeber der Region und hat Althofen den Ruf als Wirtschaftsstandort eingebracht.
Die Stadterhebung erfolgte im Jahr 1993.
Das Wappen der Stadt Althofen
Das Stadtwappen von Althofen spiegelt die historische Bedeutung als Eisenhandelsplatz wider. Es zeigt in einem blauen Schild auf goldenem Dreiberg ein Bündel Eisenstangen, das mit zwei goldenen Bändern gebunden ist. Über dem Eisenbündel schwebt eine goldene Lilie.
Das Wappen wurde ursprünglich vom Erzbischof Bernhard von Salzburg verliehen. Die Wappenurkunde vom 11. Dezember 1479 ist die älteste erhaltene Kärntner Originalurkunde mit Wappenbild.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Neben dem bereits erwähnten Auer von Welsbach Museum bietet Althofen eine Reihe weiterer kultureller Highlights, die einen Besuch wert sind.
- Die Pfarrkirche Althofen thront markant über der historischen Siedlung und ist dem Heiligen Thomas von Canterbury geweiht. Der gotische Bau aus dem 14. Jahrhundert beherbergt wertvolle barocke Kunstwerke.
- Der Hornturm ist das Wahrzeichen der Altstadt und bietet einen atemberaubenden Rundblick über das Krappfeld bis zu den umliegenden Bergketten.
- Der Annenturm ergänzt als weiterer Verteidigungsturm aus dem 14. Jahrhundert das Ensemble der historischen Wehranlagen.
- Der Brunnen am Salzburger Platz im Herzen der Altstadt ist nicht nur ein beliebter Treffpunkt, sondern auch ein Kunstwerk, das die mediterrane Atmosphäre der Höhensiedlung unterstreicht.
- Die Stadthalle Althofen ist das kulturelle und sportliche Zentrum der Stadt und verwandelt sich in den Wintermonaten in eine Eislaufhalle.
Städtepartnerschaften und internationale Verbindungen
Althofen pflegt zwei Städtepartnerschaften: seit 1984 mit Tamm in Baden-Württemberg (Deutschland) und seit 1993 mit Gradisca d’Isonzo im Friaul (Italien). Beide Partnerschaften werden durch gegenseitige Besuche und kulturellen Austausch lebendig gehalten.
Kurort mit Skyline(s)
Blickt man vom Hornturm in der Althofener Altstadt auf den Ort herab, so vereinen sich mehrere Epochen der Geschichte in einem Panorama. Das historische Ensemble aus dem 14. Jahrhundert verströmt mit seinen Gassen, Häuserfassaden und dem malerischen Brunnen am Salzburger Platz nicht nur mediterranes Flair, sondern ist auch die einzige befestigte Höhensiedlung in Österreich. Während für gewöhnlich Burgen und Schlösser über historischen Stadtkernen thronen, hat man in Althofen gleich das gesamte Siedlungsgebiet hoch über dem Krappfeld befestigt. Die Reste dieser Befestigungsanlage aus dem 14. Jahrhundert sind auch heute noch zu erkenne. Große Bedeutung erlangte Althofen vor allem als Umschlagplatz des rund um das nahe gelegene Hüttenberg gewonnenen Norischen Eisens. Ein Spaziergang durch die pittoreske Höhensiedlung mutet wie ein Kurzausflug in die Toskana an, gewissermaßen ist Althofen also das „San Gimignano Mittelkärntens“. Einen ausführlichen Spaziergang durch Althofen hat die Historikerin Carmen Heller gewagt.


Heimat eines „großen Sohnes“ und Auer von Welsbach Museum
Während das höher gelegene „Alt-Althofen“ von der Pfarrkirche und dem Annenturm dominiert wird, dominiert die untere Stadt, in der sich heute das Geschäftsleben abspielt, das Gelände der Treibacher Industrie AG, einem der wichtigsten Arbeitgeber in der Region. Das Unternehmen geht auf den Wissenschaftler Carl Auer von Welsbach zurück, der nicht nur die Metallfadenlampe, sondern auch den Glühstrumpf und das Cer-Eisen erfand. Wiederum in der Altstadt hat die Gemeinde ihrem prominentesten Bürger das sehenswerte Auer von Welsbach-Museum gewidmet. Das einzigartige Ambiente des detailgetreu nachgebauten Labors kann sogar für standesamtliche Trauungen genutzt werden.



Althofen als Kurstadt und Gesundheitszentrum
Das Humanomed Zentrum Althofen hat die Stadt weit über die Grenzen hinaus bekannt gemacht. Die moderne Einrichtung gilt als eines der führenden Kur- und Rehabilitationszentren Österreichs und verbindet medizinische Leistungen mit der heilsamen Ruhe des Krappfelds. Spezialisiert auf orthopädische, Herz-Kreislauf, Stoffwechsel, onkologische und Lungen-Rehabilitation, behandelt das Zentrum jährlich tausende Patientinnen und Patienten.
Freizeit und Kulinarik
Die Gemeinde verfügt über ein großes Freibad mit weitläufigen Liegeflächen, das in den Sommermonaten Einheimischen und Gästen als Ort der Entspannung dient.
In Althofen laden mehrere Gastronomiebetriebe zur Einkehr ein, darunter das Hotel-Restaurant Prechtlhof in der historischen Altstadt, der Gasthof Winkelwirt sowie das traditionelle Gasthaus Zur Post. Die Stadt ist auch als Wirkungsstätte von Slow Food-Pionieren wie Ingrid und Gottfried Bachler bekannt. Das historische Althofen lässt sich außerdem in einer genussvollen Tour erkunden, die beim Restaurant Prechtlhof oder einer der zahlreichen anderen Einkehrmöglichkeiten ihren kulinarischen Abschluss findet.
Ein besonderes gastronomisches Highlight ist auch das Schloss Töscheldorf, das nach umfassender Sanierung als Bio-Restaurant mit Gourmetküche und regionalen Zutaten lockt. Das historische Schlossambiente bildet zugleich den Ausgangspunkt für den ersten offiziell genehmigten Mountainbike-Trail im Bezirk St. Veit – eine 1,2 Kilometer lange, naturbelassene Strecke für sportliche Biker.



